Jubiläum beim Freundeskreis „Granja El Ceibo“

Beste Stimmung in der Stadthalle – 14 neue Mitglieder – Zahlreiche Spenden zum „Zehnjährigen

Markus Manfred Jung und Kulturamtsleiter Reinhard Valenta. Fotos: Kathrin GieseWehr (gie) Zum zehnjährigen Bestehen feierte der Freundeskreis „Granja El Ceibo“ am vergangenen Samstagabend ein großes Kulturfest in der Stadthalle Wehr. Das bunte Programm begeisterte und amüsierte während mehrerer Stunden die jungen wie auch die älteren Gäste, die sich am Samstagabend aus Interesse und Verbundenheit zum Freundeskreis und der Granja in Argentinien in der Stadthalle eingefunden hatten.

Im Laufe des Programms wurden drei Schecks zum Wohle der auf der Granja lebenden behinderten Jugendlichen an den Freundeskreis überreicht. Der gesamte Erlös des Abends geht direkt an die Farm und ihre 18 Bewohner in der Stadt Rafaela in Argentinien.

Schon beim Betreten der Stadthalle konnten die Gäste ein Stück vom Leben auf der Granja und von der argentinischen Wärme spüren. Bilder, gemalt von den behinderten argentinischen Jugendlichen, die auf der Granja in der Stadt Rafaela leben, waren überall ausgehängt. Auch Portraitfotos, ergänzt durch eine anschauliche Beschreibung, ließen die Besucher Einblicke in das Leben auf der Ex-Hühnerfarm in Südamerika sammeln. Mittlerweile ist dort ein Wohnheim und Lebensmittelpunkt für 18 Jugendliche entstanden.

Auf der Bühne strahlten vier Moonlight-Leuchten – im gleichen Stil wie die im Georg-Kerner-Park – Atmosphäre aus. Die Moonlight-Kugeln, gespendet von Willi Oswald, werden nach ihrem Einsatz sofort auf der Granja leuchten.

Tanzstudios Jaeger. Fotos: Kathrin GieseDrei weitere Spenden konnte der Freundeskreis „Granja El Ceibo“ in Empfang nehmen: Wilhelm Bermeitinger überreichte in Begleitung zweier Damen vom Friseurgeschäft Amann einen Scheck im Wert von 500 Mark an den Freundeskreis. Der Scheck wurde aus den Eintrittsgeldern der „Hairpower-Show“ gesponsert.

Auch die Jugendkapelle der Stadtmusik Wehr überreichte eine „Geldspritze“ zur Unterstützung des Projekts von Hans-Gerd Wiesner und dessen Partner Diego Stochere. Zusammen mit Michael Herrmann am Flügel eröffneten die Musiker das Programm mit dem Stück „Ebony & Ivory“.

Ein musikalisches wie auch finanzielles Highlight ließ Erhard Zeh, ein ehemaliger Lehrer von Hans-Gerd Wiesner und Rektor in Weil/Haltingen, aufblitzen.

Er selbst stand mit seiner Gitarre auf der Bühne und begeisterte das Publikum mit thematisch passend ausgewählten Songs von Hannes Wader, Reinhard Mey und Roland Hofmeier. Erhard Zeh überreichte, nachdem er mit viel Beifall vom Publikum verabschiedet wurde, einen Scheck an Carl-Erich Wiesner.

Eine Gruppe von Sternsingern der katholischen Pfarrei St. Martin, die mit ihrer jährlichen Spende aus dem Erlös der Sammelaktion zu Dreikönig ein festes Standbein der Freundeskreis-Spendergemeinde bilden, verzauberten das Publikum mit den flotten Kinderliedern von Rolf Zuckowski: „Wir sind Kinder“, „Lieder die wie Brücken sind“ und „Wenn der Sommer kommt“. Unter der Leitung von Georg Freidel sangen über 40 Kinder und Erwachsene, begleitet von zwei Gitarren, für die Gäste des Granja-Fests.

Aus der katholischen Pfarrgemeinde kam noch ein weiterer herrlichamüsanter Beitrag im Programm. Die von Norbert Häuf organisierte Theatergruppe St. Martin strapazierte die Lachmuskeln mit einem Griff in die Mottenkiste: „Gott sei Dank, de Tisch isch deckt!“, ein Uralt-Einakter brachte das Publikum zum Lachen bis die Tränen liefen.

Einen sehr informativen Beitrag rund um die Granja gestalteten Granja-Freund Markus Manfred Jung und Reinhard Valenta gemeinsam im Wechsel. Markus Manfred Jung erzählte von seinen Erlebnissen auf der Granja, die er bei seinem Besuch 1997 machte und beschrieb den Zuhörern auf anschauliche Weise wie sich das leben dort auf der argentinischen Farm abspielt. Er stellte sechs der 18 auf der Granja lebenden Jugendlichen in einer Kurz-Charakteristik vor. Im Wechsel dazu entführte Kulturamtsleiter Valenta das Publikum mit süd-amerikanischen Songs, selbst gesungen und auf der Gitarre begleitet.

Tiefere Einblicke in die Granja konnten die Gäste in der Pause erleben und hatten die Möglichkeit, einen Kurzfilm über die Granja im kleinen Saal anzuschauen – etwa 30 Interessierte fanden sich ein. Die anderen Besucher suchten die Bar auf oder bewunderten die Aushänge in der Stadthalle.

Zum Abschluss des Abendprogramms stand noch einmal Michael Herrmann auf der Bühne, diesmal in Begleitung mit seinem Musikfreund Markus Götz. Zusammen faszinierten sie das Publikum mit verschiedensten Jazz-Varianten. Sogar auf dem Alphorn – denn man höre und staune, Spuren von Jazz wurden laut Herrmann in Schweizer Bergdörfern gefunden – jazzte Markus Götz zusammen mit Michael Hermann.

Der Freundeskreis war am Ende sehr zufrieden mit dem Ablauf der Veranstaltung zum zehnjährigen Vereinsbestehen. Am Samstagabend schlössen sich 14 weitere Mitglieder der Granja an, so dass die magische Zahl 100 nun überschritten ist.

Erschienen im Südkurier vom 20.11.2000.

Granja El Ceibo
Zum Freundeskreis „Granja El Ceibo“ gehören zur Zeit 104 Mitglieder. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei 40 Mark pro Jahr. Den Vorsitz haben Arnold Holz und Carl-Erich Wiesner, über den auch Kontakt zum Freundeskreis aufgenommen werden kann: Carl-Erich Wiesner, Konradin-Kreuzer-Straße 6, 79664 Wehr, Telefon: 07762/96 40.

Die Spendenkonten des Freundeskreises „Granja El Ceibo“ liegen bei der Sparkasse Hochrhein in Wehr (BLZ: 684 522 00) mit der Kontonummer 29 071 461 und bei der Volksbank Rhein-Wehra e.G. (BLZ: 684 900 00) mit der Kontonummer 10 375 908. Die Homepage des Vereins ist im Internet unter www.granja.de zu finden.

Bild-Text: Markus Manfred Jung und Kulturamtsleiter Reinhard Valenta (Foto links) leisteten einen informativen Beitrag im Programm des Granja-Festes. Die Auftritte des Tanzstudios Jaeger waren allesamt Highlights. Die Vorführgruppe tanzte zusammen mit Iris Jaeger traumhaft „Icho de Luna“ auf der mondbeglänzten Bühne. Iris Jaeger und ihr Tanzpartner aus Äthiopien legten eine Sambavorführung – frei getanzt – aufs Parkett. Fotos: Kathrin Giese

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.