Trödel und Antik-Märkte sind sein Steckenpferd

Andreas Hempel aus Neuenburg veranstaltet fünften Flohmarkt in Wehr — In der Halle alles etwas teurer

VON SÜDKURIER-MITARBEITERIN KATHRIN GIESE

Am Bücherstand des Trödelmarktes in der Wehrer Stadthalle tummelten sich immer einige Leseratten. Auch Andre Eisenhart (links) konnte einige interessante Bücher abstauben. Foto: Kathrin GieseSuchen, stöbern, in großen Kisten kramen, handeln und feilschen -das ist Flohmarkt wie er sein muss. Kurz vor Jahreswechsel konnten Suchfreudige in der- Stadthalle fündig werden. Alles was bei „Hempels unterm Sofa“, auf Bühnen und in Schränken zu finden war, durfte besichtigt und gekauft werden.

Nein, auch wenn das Angebot groß war, es stammt nicht aus den Beständen von Familie Hempel. Die Hempels aus Neuenburg waren bloß die Veranstalter des Trödelmarktes in Wehr und nicht die Warenspender. Mit Unterstützung seiner Frau organisiert Andreas Hempel nun schon seit acht Jahren Trödel- und Antikmärkte – zwischen 80 und 100 Märkte pro Jahr. In Wehr veranstalteten er und sein Familien-Team aus Neuenburg zum fünften Mal einen Flohmarkt, dreimal fanden die Märkte jedoch draußen im Ludingarten statt.

Im Freien ist’s besser

„Flohmarkt draußen zu veranstalten hat den Vorteil, dass ich keine festen Standgebühren verlangen muss, und das wiederum kommt gerade den Kindern zu Gute, die so billiger einen Platz erstehen können“, erklärte Andreas Hempel die Problematik, die Indoor-Märkte nun einmal mit sich bringen. Für Hempel ist das auch eine Erklärung, weshalb zuletzt in der Wehrer Stadthalle so gut wie keine Kinder hinter Verkaufsständen zu finden waren.

Der Meterpreis in der Stadthalle betrug 15 bis 17 Mark. Insgesamt 60 Aussteller waren in der geräumigen Halle verteilt. Das ausgestellte Angebot war sehr breit gefächert. „Für jeden ist etwas dabei“, zählte Hempel auf – von Kleidern über Sachen für den Haushalt und auch für den kleinen Geldbeutel erschwingliche Fundstücke sind hier zu kaufen.

Besonders das reichliche Angebot an Keramik fiel jedem Besucher sofort ins Auge. Zum Beispiel stellten Karl-Heinz Nowaczyk und seine Begleiterin Anita Schulz eine zwei Tischlängen umfassende Auswahl an Keramik und Porzellan zum Verkauf bereit – jedoch trotz der hohen Besucherzahl von etwa 100 Schnäppchensuchenden pro Stunde mit der Feststellung: „Keramik läuft heute schlecht.“

Drei Mark Eintritt

Auch Standinhaber Vahit Yildiz war mit seinem Verkaufergebnis nach drei Stunden eher unzufrieden. Er und seine Frau boten an ihrem Stand neben Dekor-Artikeln vor allem Nintendo und Playstation sowie anderes Konsolenspiel, allerdings gab’s nur wenig Umsatz. „Wir haben den Standpreis noch nicht raus“, bedauerte Yildiz nach drei Stunden Warte- bzw. Verkaufszeit. Für ihn liegt die Erklärung für die fehlenden Kinder, die sicher Konsolenspiele gekauft hätten, in dem Eintrittspreis von drei Mark, den Andreas Hempel verlangt.

Auch wenn die Verkäufer hinter den Ständen nicht so zufrieden schienen, den Besuchern des Trödelmarktes machte das Suchen und Stöbern in dem riesigen Angebot mächtig Spaß. So auch dem Flohmarkt-Freak Andre Eisenhart. Er konnte nach zwei Stunden in der Halle stolz eine Handbibel und viele andere Bücher in seinem Rucksack verstauen. Ein echtes Kreuz, das er zu gerne erstanden hätte, war für ihn allerdings nicht erschwinglich. Doch er hätte noch Stunden weiter suchen können, ohne die Lust zu verlieren.

Den nächsten Flohmarkt veranstaltet Andreas Hempel am kommenden Samstag in Nimburg von 9 bis 16 Uhr.

Erschienen im Südkurier vom 03.01.2001.

Bildtext: Am Bücherstand des Trödelmarktes in der Wehrer Stadthalle tummelten sich immer einige Leseratten. Auch Andre Eisenhart (links) konnte einige interessante Bücher abstauben. Foto: Kathrin Giese

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.