Siegfrieds Schwert als einzigartige Landmarke

KUNST Der Kölner Künstler Odo Rumpf hat Pläne für eine große „Balmung“-Skulptur am Königswinterer Rheinufer – Das Projekt ist sofort realisierbar – nur die Finanzierung steht noch nicht

Von Kathrin Giese

Siegfrieds Schwert als einzigartige Landmarke. Foto: Odo RumpfKÖNIGSWINTER. „Siegfried griff den Drachen Fafnir an. Wollte ihm Balmung in den Rachen stoßen. Doch er hielt den Atem des Scheusals nicht aus. Wieder sprang Siegfried zur Seite und schlug mit aller Wucht auf den Drachen los. Aber Balmung durchstieß die Panzerhaut des Drachen nicht.“


„Auf einmal stand Fafnir auf den Hinterbeinen und wollte Siegfried erdrücken. Blitzschnell sprang Siegfried unter ihn und stieß ihm Balmung in den weichen Bauch, dort, wo keine Panzerhaut war. Balmung fuhr bis an den Griff, mitten in das Herz des Ungeheuers, hinein.“

So wird der erfolgreiche Kampf Siegfrieds mit dem Drachen Fafnir in der Nibelungensage beschrieben. Siegfrieds Schwert Balmung soll nun das Königswinterer Rheinufer schmücken.

Der Künstler Odo Rumpf plant auf der erhöht liegenden Wiese des Parks gegenüber der Fähranlegestelle das sagenumwobene Schwert Balmung in Übergröße zu errichten. Etwa sechs bis acht Meter hoch, soll es pompös am Rheinufer aus dem Boden ragen. Gerade so als hätte Siegfried es nach seinem Kampf mit dem Drachen in den Boden gestoßen.

„Während von der Ferne gesehen die Form eines überdimensionalen Schwertes erkennbar ist, werden beim Annähern an die Skulptur viele Gegenstände und Details von Siegfrieds Abenteuer erkennbar sein“, beschreibt Odo Rumpf sein sofort realisierbares Vorhaben.

Amboss, Schmiedestein und Werkzeuge werden als Symbole für Siegfrieds Ausbildung als Schmied im Inneren des Schwertes Platz finden. Keuschheitsgürtel und Ketten sollen an die gefesselte Jungfrau erinnern. Auch ein Lindenblatt soll nicht fehlen.

Das Schwert würde wie ein Eingangsmal für Königswinter wirken: Von jeder Fähre, von jedem vorbeifahrendem Schiff, sogar von der gegenüberliegenden Rheinseite, würde man das riesige Schwert sehen. „Dadurch wird es zu einer unverwechselbaren »Landmarke« an der Schifffahrtstraße Rhein“, erklärt Odo Rumpf.

Neben dem Schwert soll eine Informationstafel die Symbolik der einzelnen Gegenstände erklären. So entstünde, laut Odo Rumpf, ein „Informationspunkt am Rheinufer unter dem Drachenfels, der Siegfrieds Geschichte auf interessante Art und Weise erzählt“.

Odo Rumpf, der seit zwölf Jahren hauptberuflich als Künstler arbeitet, hat bereits etliche große Skulpturen verwirklicht. So hat er zum Beispiel bei der Landesgartenschau in Monheim am Rhein riesige, aus Industrierelikten geschweißte Urviecher in die Landschaft eingearbeitet.

Rumpf, der Maschinenbau in Aachen studiert hat, legt Wert darauf, dass seine Skulpturen einen örtlichen Bezug haben und an die Stadt angepasst sind. Zu klären bleibt die Frage wie das Projekt, das während der Kunsttage Königswinter auf großes Interesse gestoßen ist, finanziert werden kann. In der oben genannten Größe wird die Realisierung etwa 20 000 Euro kosten. Als nächstes soll das Projekt dem Rat und der Stadt vorgestellt werden. Doch auch Sponsoren werden gesucht.

Wer sich für das Vorhaben interessiert, kann Odo Rumpf zurzeit persönlich in Königswinter antreffen. Für die Kunsttage Königswinter ist er aus seinem Kölner Atelier, Kempener Straße 135, mit einigen kleineren Skulpturen in das leere Geschäft an der Drachenfelsstraße 16a gezogen. Außerdem findet man Odo Rumpf im Internet unter www.odorumpf.de.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 17.03.2003

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