Die 16 Kunsttage finden viel Lob und Resonanz

KUNST Peter Wirtz wertet den Erfolg als „hoffnungsvolles Zeichen für den Wandel in der Altstadt“. Festliche Finissage im Haus Bachern. Ernernann Sander öffnet seine Werkstatt

Von Kathrin Giese

KÖNIGSWINTER. Nach 16 Tagen und somit drei Wochenenden Kunst- und Kulturgenuss gingen am Wochenende die Kunsttage Königswinter zu Ende. Mit einer festlichen Finissage im Haus Bachern wurde das erfolgreiche Projekt der Gemeinschaft Königswinterer Künstler und der Gruppe „Kultur“ der Agenda 21 gestern gebührend im Haus Bachern gefeiert. Das im Haus Bachern dargebotene klassische Programm zog beim letzten offiziellen Event der Kunsttage wieder sehr viele Besucher an. Helga Märthesheirner, die als erste weibliche Moderatorin der ARD-Sendung „Monitor“ bekannt wurde, führte durch das musische Programm.

Auch Bürgermeister Peter Wirtz kam und sprach ein Dankwort an das engagierte Organisationsteam. Er nannte die gelungene Arbeit der Künstlergemeinschaft und des Agenda-Teams ein „hoffnungsvolles Zeichen für den Wandel in der Altstadt“. Das feierliche Programm eröffnete Markus Stetzenbach am Flügel mit den Etudes-Tableaux von Rachmaninow. Es folgte ein kurzer Umbau. Der Flügel wurde aus dem Raum geschoben, um der Ballettklasse der Musikschule Königswinter die Bühne frei zu geben. Die jungen Ballerinas führten unter Leitung von Vera Pöttker „klassische Phantasien“ auf. Im späteren zweiten Auftritt erlebten die rund 60 Zuschauer im Haus Bachern eine „kreative Choreografie“ der 15 Mädchen und des einen Jungen der Ballettgruppe.

Die Gitarrenklänge von Roberto Moya durften zum Abschluss der Kunsttage nicht fehlen. Wie bei der Vernissage im Atelier Meerkatze spielte er beeindruckend, diesmal „klassische Gitarrenstücke“. Das Publikum war begeistert. Auch junge Talente zeigten ihr Können: Alina Loewenich spielte auf der Flöte, begleitet von Fe Angenvoort am zweistündige Programm endete zu „Tableaux de voyage“ von d’Indy gespielt von Markus Stetzenbach am Flügel, „Greensleeves Variationen“. Die beteiligten Künstler und Organisatoren trafen sich gestern am späten Nachmittag im Bungertshof in Oberdollendorf, um weiter zu feiern. Bei einem Gläschen Wein ließen sie die Kunsttage Revue passieren und tauschten sich über zukünftige Ideen aus. „Die Kusttage haben uns wieder richtig zusammengeschweißt“, beschreibt Ralph-Georg Clauss die Wirkung der Kunsttage auf die Künstlergemeinschaft.

Eines ihrer Mitglieder bot am Freitag zum Abschluss der Kunsttage noch etwas Besonderes: Der überregional bekannte Königswinterer Künstler Ernemann Sander öffnete die Türen zu seinem Haus und Schaffensbereich an der Laurentiusstraße in Dollendorf. Zusammen mit 13 weiteren Königswinterer Künstlern unterstützte der 1925 in Leipzig geborene Sander so die „Open-Houses“-Aktion der Kunsttage. Sander, von dem beinahe „in Fünf-Minuten-Abständen“ in der Region und rund um Bonn Skulpturen und Brunnen zu entdecken sind, erklärte und demonstrierte in seiner großen Werkhalle seine Arbeitstechnik mit Wachsplatten und formte vor den Augen der staunenden Besucher ein kleine Pferdeskulptur.

Wie aus einem solchen Wachsmodell eine gegossene Bronzeskulptur entsteht, konnte man bei Sanders ältestem Sohn erfahren. Friedemann Sander öffnete die Türen zur Gießerei in Bonn-Beuel und erläuterte die Gusstechnik. Besonders viel wurde in der Werkstatt über Sanders letztes großes Projekt gesprochen, das er in Gemeinschaftsarbeit mit seinem Sohn Friedemann verwirklichte. Für die Stadt Worms hatte er im vergangenen Jahr eine lebensgroße Skulptur des Wormser Bischofs Burchard angefertigt, die nun auf dem Domplatz an den wohltätigen Bischof erinnert. Auch über sein neuestes Projekt verriet Ernemann Sander schon einiges:

Für Bad Hersfeld will er ein Relief anfertigen, das an die Geschichte der Klosterkirche vom Petersberg und deren engagierten Abt erinnert.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 24.03.2003.

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