Haus Schlesien zeigt Steinway-Flügel von Gerhart Hauptmann

AUSSTELLUNG Nachfahren des schlesischen Dichters hatten das historische Instrument Anfang des Jahres verkauft

Von Kathrin Giese

KÖNIGSWINTER. Im Haus Schlesien in Heisterbacherrott ist zurzeit der Steinway-Flügel des schlesischen Dichters Gerhart Hauptmann im Eichendorffsaal des Hauses zu bewundern. Der aus Zitronenholz gefertigte Flügel wurde von der Erika-Simon-Kulturstiftung aus Rinteln Anfang dieses Jahres erworben. Das Haus Schlesien trat vermittelnd zwischen der Kulturstiftung und den Familien Hauptmann auf, die das goldgelb-honigfarbene Musikinstrument zum Verkauf anboten. Nun ist der 1898 in den USA hergestellte Flügel vorerst im Haus Schlesien ausgestellt.


Gerhart Hauptmann hatte den Steinway-Flügel für den befreundeten Komponisten und Klaviervirtuosen Eugen d’Albert erworben, der in Hauptmanns Villa „Haus Wiesenstein“ nahe Hirschberg ein- und ausging. Gestern Morgen wurde der Flügel im Haus Schlesien von Rudolf Hahne bespielt. Rudi Gerth, der früher an der Oper in Bonn gesungen hat, begleitete ihn mit kraftvoller Stimme. Der in Ittenbach lebende Organist spielte unter anderem die von Eugen d’Albert überarbeiteten Ecossaisen von Beethoven, die wahrscheinlich schon zu Hauptmanns Zeiten auf dem Flügel erklungen sind.

„Der Flügel soll kein totes Ausstellungsstück sein, wir wollen ihn beleben und erklingen lassen“, erklärte der Museumsleiter von Haus Schlesien, Stephan Kaiser. Deshalb wird am 5. April ab 19.30 ein Konzert auf dem historischen Instrument im Haus Schlesien gegeben. Gerhard Vielhaber spielt, begleitet von Christina Karcz auf der Flöte, Melodien von Charles-Marie Widor, Franz Schubert und Sergej Prokofieff.

Karten zum Preis von neun Euro gibt es im Haus Schlesien, 0 22 44/88 60, im Vorverkauf. An der Abendkasse kosten sie elf Euro.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 28.03.2003.

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