Zeitzeugen verzaubern ihre Betrachter

VERNISSAGE Das Siebengebirgsmuseum zeigt eine Ausstellung mit Bildern des Fotografen Axel Thünker

Von Kathrin Giese

KÖNIGSWINTER.
Nebelige, fast gespenstische Aufnahmen von Burgen und Ruinen, aber auch ins rot-orange Herbstslicht getauchte alte römische Tempel können derzeit im Siebengebirgsmuseum betrachtet werden. Der Fotograf Axel Thünker stellt dort bis zum 22. Juni seine Fotos von Bodendenkmälern in Nordrhein¬westfalen aus. Anfang der Woche wurde die Ausstellung „Zeitmarken/Landmarken“ im Siebengebirgsmuseum eröffnet. „Die Fotos veranlassen den Betrachter, sich mit der eigenen Vergangenheit auseinander zu setzen“, beschrieb bei der Vernissage Bürgermeister Peter Wirtz die Wirkung der Landschaftsaufnahmen von Axel Thünker.


Mit fünfzig Aufnahmen zeigt der in Bad Münstereifel lebende Fotograf ausgewählte Zeugen der Vergangenheit als Zeit- und Landmarken Nordrhein-Westfalens. Von 1990 bis 2000 hielt der gelernte Vermessungstechniker und Fotograf fossile Fundstätten, vorgeschichtliche Steingräber und Befestigungen, römische Steinbrüche und Tempelbezirke, mittelalterliche Burg-, Kirchen- und Klosterruinen, frühneuzeitliche Werkplätze, Industrieanlagen und künstliche Wasserstraßen im Wechsel der Jahreszeiten fest. Jede Aufnahme ermöglicht dem Betrachter einen ganz eigenen Zugang zur Landschaft und zu den in ihr eingebetteten, oftmals kaum erkennbaren archäologischen Zeugen. Auch aus dem Königswinter Umland sind zwei Aufnahmen zu sehen: Die Löwenburg bei Bad Honnef im Licht des Sonnenuntergangs und das Felsenmeer des Rüdenet bei Königswinter.

Heinz Günter Horn vom Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen führte in die Ausstellung ein. Axel Thünker und der Archäologe und Bodendenkmalpfleger Horn sind seit mehr als einem Jahrzehnt gemeinsam auf Spurensuche in den Kulturlandschaften Nordrhein-Westfalens. Hörn fühlte sich bei dem Foto von der Löwenburg an griechische Landschaften erinnert und beschrieb die Fotos als „vom kaum zu überbietender Individualität, Sensibilität und Kreativität“. Zur Ausstellung ist daher auch ein Begleitbuch erschienen, das im Siebengebirgsmuseum zu erwerben ist.

Im Weiteren werden zwei Vorträge parallel zur Ausstellung angeboten: „Das Siebengebirge -Naturschutz in einer einzigartigen Kulturlandschaft“ ist das Thema von Bruno P. Kremer, vom Institut für Biologie und ihrer Didaktik der Uni Köln. Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 9. April, um 19.30 Uhr. Am Mittwoch, 28. Mai, wird Heinz Günter Hörn über „Die Erhaltung der historischen Kulturlandschaft -eine Aufgabe der Bodendenkmalpflege“ ebenfalls um 19.30 Uhr informieren. Der Eintritt für die Vorträge kostet jeweils 2,50 Euro. Veranstaltungsort ist jeweils das Siebengebirgsmuseum.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 28.03.2003.

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