Ihr USA-Erlebnis beginnt am Broadway

AUSTAUSCH Amerikanische Gastfamilien nehmen Schüler des CJD auf. Von anti-deutscher Stimmung war in Ohio nichts zu spüren. Internetseite wird von der Reise erzählen

Von Kathrin Giese

KÖNIGSWINTER. Sie sind wieder im Lande: Zehn Schülerinnen und Schüler der Jugenddorf-Christophorusschule (CJD) aus Königswinter, die sich für drei Wochen in den USA aufhielten. Vom 11. April bis zum 3. Mai besuchten sechs Mädchen und vier Jungen aus den Jahrgangsstufen zehn bis zwölf die Partnerschule des CJD in Milford im amerikanischen Bundesstaat Ohio. Begleitet wurden sie von ihrer Englischlehrerin Angelika Harmat und von Musiklehrer und Amerika-Kenner Jacek Panek. Nachdem die Schüler der Milford High School im Juni vergangenen Jahres als erste Austauschgruppe der beiden Schulen nach Königswinter reisten, starteten die CJD-Schüler im April den Gegenbesuch. Ihr USA-Erlebnis begann mit einem viertägigen Zwischenstopp in der Metropole New York.

Dort stand Sightseeing auf dem Programm: Die Schüler besuchten Ellis Island mit der Freiheitsstatue und das Empire State Building. Außerdem feierten sie einem Gospelgottesdienst in Harlem mit und ließen es sich nicht entgehen, das Musical „Beauty and the Beast“ auf dem Broadway, dem Ursprungsort der Musicals, anzuschauen. Die einzige Enttäuschung in New York: das nicht so komfortable Hostel, in dem sie untergebracht waren. Weiter ging es am 14. April zu den Gastfamilien nach Milford.

„Die Gastfamilien haben uns liebevoll aufgenommen. Von antideutscher Stimmung war überhaupt nichts zu spüren“, erzählen die Schüler einstimmig. Eine Schülerin des CJD war auf Grund der politischen Situation und aus Sorge ihrer Eltern nicht mitgereist. In Milford nahmen die Zehn aus Königswinter am Unterricht in der High School teil. Dafür hatten sie Präsentationen und Diashows zu verschiedenen Themen wie „Das deutsche Schulsystem“, oder „Karneval im Rheinland“ vorbereitet. „Die amerikanischen Schüler waren erstaunt, wie gut unsere Schüler Englisch sprechen“, erklärt Englischlehrerin Angelika Harmat stolz und die Jugendlichen bestätigen: „Wir wurden gefragt, welche Sprache wir besser sprechen – Deutsch oder Englisch.“

Außerdem Schulbesuch wurden viele verschiedene touristische Ausflüge in der Region unternommen und sogar eine Kanufahrt auf dem Little Miami River gemacht. „Die Unternehmungen haben uns richtig zusammengeschweißt“, berichten einige Schülerinnen. Da fiel der Abschied am Flughafen nicht leicht. „Einige Austauschmütter hatten eine Träne im Auge“, erzählt Angelika Harmat. Nach diesem Erfolg soll das Austauschprogramm zwischen den beiden Schulen im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Um die Impressionen und Erfahrungen des ersten Austausches festzuhalten, werden die Schülerinnen und Schüler des Christlichen Jugenddorfwerks in den kommenden Wochen eine Website erstellen, die sich jeder im Internet anschauen kann. Als Abschiedsgeschenk erhielten die Schülerinnen und Schüler des CJD die typisch amerikanischen „Doktorhüte“ der High-School-Absolventen sowie Medaillen der Milford High School.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 10.05.2003.

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