Werke kommen „noch feucht“ unter den Auktionshammer

INTERVIEW Klaus Uwe Meier zum geplanten Wet Painting

KÖNIGSWINTER. Nach den Königswinterer Kunsttagen im März veranstaltet die Kulturgruppe der Lokalen Agenda 21 in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt ein neues Kunst-Event. Am Wochenende 28. und 29. Juni findet ein „Wet Painting“ im Atelier Meerkatze, Meerkatzstraße 2 in der Altstadt, statt. Mit dem Koordinator der Kulturgruppe, Klaus Uwe Meier, sprach Kathrin Giese.


GA: Was genau ist Wet Painting?

KLAUS UWE MEIER: Wet Painting ist Kunst zum Zugucken und zum Mitbieten. Unter den Augen des Publikums werden Künstler ihre Bilder malen, die anschließend – gewissermaßen noch feucht – öffentlich versteigert werden.

GA: Woher kommt die Idee?

MEIER: Das Wet Painting ist eine amerikanische Erfindung. Kurt Volkert, dem das Atelier Meerkatze gehört, hat in Newport auf Rhode Island schon selbst an einem wet painting teilgenommen. Er brachte die Idee mit nach Königswinter.

GA: Was macht das Wet Painting für die Besucher interessant?

MEIER: Kunstinteressierte bekommen die Möglichkeit, ein Originalgemälde zu einem günstigen Preis zu erwerben. Mehr noch, sie können in einem fröhlichen und entspannten Umfeld mit Künstlern in Kontakt treten und eine frische Arbeit noch „feucht“ ersteigern.

GA: Wie viele Künstler werden daran teilnehmen?

MEIER: Bisher haben sich 33 Künstler aus dem Köln-Bonner Raum und darüber hinaus angemeldet.

GA: Wo werden die Kunstwerke entstehen?

MEIER: Die Künstler werden in den Straßen und auf den Plätzen in Königswinter malen. Sie bekommen damit die Chance, sich und ihre Arbeit einer breiten und sozusagen zufälligen Öffentlichkeit vorzustellen. Die Passanten können den Künstler beim Malen „über die Schulter schauen“.

GA: Was passiert mit den nassen Bildern?

MEIER: Am Samstag werden um 17 Uhr die noch nassen Bilder im Atelier Meerkatze aufgehängt. Ab 18.30 Uhr ist Einlass der Besucher. Es können schriftliche Vorgebote an die Bilder angeheftet werden. Das Mindestgebot beträgt je Bild 50 Euro. Höhere Gebote werden in 10-Euro-Schritten abgeben. Das Vorbieten geht am Sonntag bis 15 Uhr weiter, danach können keine Vorgebote mehr abgegeben werden.

GA: Wie wird die Auktion ablaufen?

MEIER: Die Bilder werden am Sonntag ab 16 Uhr im Atelier Meerkatze versteigert. Das höchste Vorgebot gilt dabei als Ausgangsbasis für den Auktionator. Bilder ohne Vorgebot können ebenfalls versteigert werden, oder gehen an den Künstler zurück.

GA:
An wen geht der Erlös der Auktion?

MEIER: Einen Teil des Erlöses stellen die Künstler dem Afghanistan-Projekt „Der Frieden beginnt in den Köpfen“ zur Verfügung. Das vom Kölner Metallbildhauer Jens Kleinen geschaffene Denkmal wurde im Dezember vor dem Maritim Hotel errichtet und erinnert an die Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg.

Weitere Informationen zum Wet Painting sind im Internet unter www.agenda21-koenigswinter.de und www.koenigswinter.de zu finden.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 07.06.2003.

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