Viele Fragen zu den Lava spuckenden Vulkanen

UMWELT Junge Expeditionsteilnehmer des evangelischen Kindergartens Oberpleis erforschen die Entstehung des Siebengebirges. Biologin Kirsten Bolle führt die Kinder durch den Wald zu einem Steinbruch

Von Kathrin Giese

KÖNIGSWINTER. Auf Entdeckungsreise in die Natur des Siebengebirges begaben sich Kinder und Eltern des evangelischen Kindergartens Oberpleis. Das Element „Erde“ sollte als Teil des Projekts „Feuer, Wasser, Erde, Luft“ an diesem Nachmittag genauer erforscht werden. Die Biologin Kirsten Bolle aus Uthweiler führte die Kinder durch den Wald auf der Margarethenhöhe und beantwortete viele Fragen.

Seit vergangenem März widmen sich die 25 Jungen und Mädchen des evangelischen Kindergartens an der Ittenbacher Straße ganz der Natur und ihren Erscheinungsformen. „Heute ist die Erde dran, dafür gehen wir ins Siebengebirge“, sagte die Leiterin des Kindergartens, Angela Mohr. Start der Expedition, an der auch die zukünftigen Kindergartenkinder teilnahmen, war der Oelbergparkplatz auf der Margarethenhöhe. Kirsten Bolle, die seit 1995 in Siegburg Umweltprojekte mit Schulklassen durchführt, hatte sich bereit erklärt, den Kindern das Siebengebirge nahe zu bringen. „Auf dem Weg könnt ihr mich immer fragen, wenn euch etwas auffällt“, erklärte die Biologin der Rasselbande. Bevor die Entdeckungstour mit dem Ziel „Steinbruch“ losging, vergruben die Kinder am Waldeingang ein Glas in der Erde, um bei ihrer Rückkehr feststellen zu können, was sich so alles in der Erde tummelt. „Wie ist eigentlich das Siebengebirge entstanden?“, war die erste Frage. Bolle erklärte den Neugierigen, dass in der Urzeit dort Vulkane Lava spuckten und dadurch das Siebengebirge geboren wurde.

Auf dem Weg begegneten sie den steinigen Zeugen jener Zeit: Die Kinder sammelten glitzernde Tuffsteine und begegneten zahlreichen Käfern und kleinen Krabbeltieren. Besonders der Mistkäfer faszinierte den Nachwuchs. Es wurde überlegt, ob alle Käfer fliegen und an welchen Merkmalen Insekten erkannt werden können. Besonders anschaulich wurde die Entstehung des Siebengebirges dann am Steinbruch.

Dort fanden die Kinder Basaltsäulen und Schiefer. Für das gemeinsame Picknick hatte die Biologin ihnen etwas Außergewöhnliches mitgebracht: Es gab leckere Brennnessel-Brötchen und selbstgemachte Holunderlimonade. „Die Brötchen sofort weg, aber bei der Limonade waren die Kinder geteilter Meinung“, sagte Bolle.

Zurück am Parkplatz, gruben die Jungen und Mädchen das Glas aus und freuten sich über ihren lebendigen Fund: viele Ameisen, eine Schnecke, eine Spinne und ein Mistkäfer befanden sich darin, die natürlich nach eingehender Betrachtung wieder freigelassen wurden.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 17.06.2003.

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