Sehende Maschinen: Forschung zum Anfassen

Anlässlich des 100. Geburtstages von Schloss Birlinghoven lud die Fraunhofer Gesellschaft im Mai ein, sich im Ambiente vergangener Zeiten über moderne Forschung zu informieren.

Von Kathrin Giese

BONN. Sehende Maschinen, elektronische Stimmen und Sicherheit durch Laserscanner – am Tag der offenen Tür auf Schloss Birlinghoven, dem Institutszentrum der Fraunhofer Gesellschaft Sankt Augustin, stellte die Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg (FH) aktuelle Forschungsprojekte vor.

Mit vier Projekten aus den Fachbereichen Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus und Angewandte Informatik war die FH im Präsentationszelt vor dem Schloss vertreten. Wie Laserscanner für Sicherheit sorgen, zeigte ein interaktives Exponat: Eine gefährliche Maschine, hier demonstriert durch einen Ventilator, schaltet sich ab, wenn Personen die Laserbarriere durchschreiten. Ein Unternehmen hatte die Laserhardware zur Verfügung gestellt. Claudia Wieland, wissenschaftliche Mitarbeiterin, konstruierte die dazugehörende Steuereinheit.Technikjournalisten aus dem sechsten Semester erstellten für den Laserscanner ein Multimediapaket, das dessen Bedienung auf anschauliche Weise erklärt: Große Plakate, die später im Betrieb daneben aufgehängt werden sollen, ein kurzer Videofilm und eine peppige Bedienungsanleitung erleichtern dem Ingenieur den richtigen Umgang mit der Maschine.>

Über die „Akzeptanz moderner Kommunikationsanwendungen“ informierten Professor Karl W. Neunast und Wilma Viol (Angewandte Informatik). Bei diesem Projekt geht es um die soziale Akzeptanz von Computer-Telefonie-Integration, wie zum Beispiel die elektronische Stimme in der Kundenhotline. Zusammen mit Studierenden wurde eine Umfrage entwickelt, die in der zweiten Jahreshälfte in Unternehmen des Finanzsektors und des Logistikbereiches durchgeführt werden wird.

„Maschinen das Sehen beizubringen, ist nicht einfach“, erklärt Professor Wolfgang Borutzky, der zusammen mit Professor Rainer Herpers und Studierenden des Fachbereichs Angewandte Informatik eine Simulation einer robotischen Plattform für maschinelles Sehen entwickelte. Zu sehen war die PC-Simulation einer Roboteroptik, die in einem nächsten Schritt realisiert werden soll.

Aus demselben Fachbereich wurden die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zum Thema „Gründungswille und Gründungsfähigkeiten bei Studierenden verschiedener Fachrichtungen“ vorgestellt. Es zeigte sich unter anderem, dass der Gründungswille bei Frauen durchschnittlich geringer ist als bei Männern.

Passend dazu wurde das Start-Up Programm Rheinbach Augustin (SUPRA) von Udo Scheuer vorgestellt, das Studierende bei der Unternehmensgründung fördert. Ein Beispiel einer gelungenen Firmengründung zeigten die beiden ehemaligen Informatikstudenten Sebastian Lederer und Daniel Kröger, die bereits während ihres Studiums, unabhängig von SUPRA, die Firma Linast gründeten. „Die Veranstaltung vernetzt“, erklärte Borutzky, denn nebenbei konnten sich die Forschungsgruppen austauschen.

Erschienem im doppelpunkt: vom 23.06.2003

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