Noch nass, aber schon unter dem Hammer

KUNST 32 Maler beteiligen sich am Wochenende in Königswinter an der Aktion „wet painting“. Unmittelbar nach dem letzten Pinselstrich werden Werke für einen guten Zweck versteigert

Von Kathrin Giese

KÖNIGSWINTER. Dem Künstler beim Erschaffen seines Werkes unter freiem Himmel über die Schulter zu schauen und günstig ein echtes Gemälde zu ersteigern, das wird an diesem Wochenende in Königswinter möglich. Die Kulturgruppe der lokalen Agenda 21 und das Kulturamt der Stadt veranstalten am Samstag und Sonntag zum ersten Mal ein „wet painting“. Zentrum des aktionsreichen Kunstevents nach amerikanischem Vorbild ist das Atelier „Meerkatze“ in der Meerkatzstraße 2 in der Altstadt. Aus dem Köln-Bonner Raum und darüber hinaus kommen 32 Künstler, teilweise überregional bekannt, nach Königswinter, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen: In vorgegebener Zeit ein Werk zu erschaffen, das direkt in feuchter Farbe versteigert werden soll.


Am Samstag treffen sich die kreativen Köpfe um 10 Uhr zur Eröffnung des Kunstspektakels im Atelier Meerkatze. Begrüßen wird sie dort Hans-Peter Giesen, Kulturamtsleiter der Stadt. Mit Pinseln, Farbe und Leinwand im Gepäck wollen die Künstler ab 11 Uhr in der Stadt auf Motivsuche gehen. Auf den Straßen, Plätzen und in den Gassen werden sie ihr Gemälde anfertigen – unter den Augen der Passanten. Den Schlussstrich müssen die Künstler bis 17 Uhr gemacht haben, denn dann werden die Werke im Atelier Meerkatze aufgehängt. Ab 18.30 Uhr können die wahrscheinlich noch feuchten Bilder im Atelier vom Publikum besichtigt werden.

Damit beginnt die Vorgebotsphase der Auktion. Die Besucher können nach ganz persönlichen Kriterien Bilder auswählen und ein Vorgebot an das Werk anheften. Das Mindestgebot beträgt dabei 50 Euro, höhere Vorgebote werden in zehn-Euro-Schritten abgegeben. Am Sonntag geht das Vorbieten von 11 bis 15 Uhr weiter. Doch das Bild ist dann noch lange nicht erworben. Die offizielle Auktion der Bilder beginnt um 16 Uhr. Das letzte Vorgebot gilt dabei als Startpreis für den Auktionator. Erst wer jetzt aufmerksam bietet, erhält für das höchste Gebot den Zuschlag.

Auch Bürgermeister Peter Wirtz hat sich für die Auktion angekündigt und wird wohl auch kräftig mitsteigern. Der Erlös der Versteigerung ist für einen guten Zweck bestimmt: Ein Teil der Einnahmen dient zur Finanzierung des Afghanistan-Denkmals „Der Frieden beginnt in den Köpfen“, das vom Kölner Metallbildhauer Jens Kleinen, der ebenfalls am „wet painting“ teilnehmen wird, im Dezember vor dem Maritim Hotel errichtet wurde. Das Denkmal erinnert an die Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg.

Weitere Informationen rund um das „wet painting“ sind im sind im Internet unter www.agenda21-koenigswinter.de und www.koenigswinter.de zu finden.

DIE KÜNSTLER:
Folgende Künstler schwingen beim „wet painting“ die Pinsel: Khaled Alnaib, Detlef Behr, Ralph-Georg Clauss, Veronika Dietz, Helga Hahn, Manfred Homann, Heike Kern, Jens Kleinen, Bernd Klihm, Andrea Klimmeck, Karin Koch, Sabine Lehrke, Christoph Leusmann, Haure Madjid, Anke Ikelle Matiba-Kohlhausen, Annette Meißner, Doris Meyer-Spelbrink, Burkhard Mohr, Christina Molke, Anja Neimök, Claudine Pauli-Haffke, Helene Ramershoven, Genevieve Richarz, Sonja Rossa, Odo Rumpf, Mehrdad Safa, Danika Safa-Volkert, Wolfgang Sahlmann, Hilla Schmidt, Arno Steinmann, Kurt Volkert und Heinrich Zöller.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 27.06.2003.

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