Wenn der Kopf auf dem Magnetband kratzt

HILFE Die Datenrettung holt ihre Dokumente überall heil wieder raus: Aus den verbrannten PC genau wie aus den uneinsichtigen Tiefen, in die gelöschte Dateien nach dem Papierkorb gelangen.

Von Kathrin Giese

Digitale Urlaubsfotos, E-Mails von Freunden, die Steuererklärung – immer mehr wichtige Dokumente befinden sich heutzutage auf den privaten Computern. Doch was passiert, wenn der Computer streikt und kein Zugriff auf die Daten mehr möglich ist, oder versehentlich ein ganzer Ordner wichtiger Dateien gelöscht wurde? Eine Kopie, oder eine Ausdruck der Daten ist nur selten vorhanden. Sind die Daten versehentlich gelöscht worden hilft meist eine Recovery-Software, doch ist die Festplatte, oder der ganze Computer mechanisch beschädigt hilft nur noch der Fachmann.

Die Firma Ibas ist eine solche Datenrettungs-Firma und im Internet unter www.datenrettung.de zu finden. Die international vertretene Firma mit Zweigstellen in Berlin und Köln hat sich seit 20 Jahren auf die Datenrettung spezialisiert. Auf der Internetseite gibt Ibas Betroffenen „Tipps beim Verlust von Daten“: Nicht in Panik zu geraten, ist grundsätzlich sinnvoll. Weiter sollte der Computer ausgeschaltet werden und auf keinen Fall neu gestartet werden. Von weiteren Versuchen auf die Dateien zuzugreifen rät Ibas ab, genauso wie von dem selbstständigen Öffnen der Festplatte. Im Download-Bereich auf der Internetseite stehen Broschüren mit weiteren Informationen zum Runterladen bereit.

Mit einem ungewöhnlich lauten, mechanischen Geräusch beim Starten des PC kündigt sich meist ein „Headcrash“ an. Dabei kratzt der Lese- und Schreibkopf der Festplatte auf dem empfindlichen Magnetband und beschädigt dieses dadurch. Die Festplatte ist kaputt. Vor einem „Headcrash“ ist kein Computer sicher. Doch was für den Computerbesitzer wie eine Katastrophe aussieht, ist für Spezialisten wie die Firma Ibas alltägliche Arbeitsroutine. Täglich werden zerstörte Festplatten bei Ibas eingeschickt, von denen dann ein Abbild erstellt wird. An der kopierten Festplatte wird dann mit speziell entwickelter Software sicher gearbeitet. Selbst aus verbrannten und verrosteten Festplatten können so noch Daten gerettet werden. Innerhalb weniger Tage erhält der Besitzer seine Daten zurück.

Eine weitere Firma zur Datenrettung ist unter www.festplattenrettung.de zu finden. Die Firma „maintec IT Service“ aus Babenhausen bietet ihre Dienste ebenfalls zur Wiederherstellung von gelöschten oder verlorenen Daten an. Bei deren europaweit tätigem Recovery Center werden Daten wieder hergestellt, die durch mechanische und elektromagnetische Defekte, Bedienungsfehler, Viren, Naturkatastrophen, Computerkriminalität oder ähnliche Ereignisse nicht mehr verfügbar sind. Den Service bietet „maintec IT Service“ genau wie Ibas für alle gängigen Betriebsysteme an. Die Preise für eine Datenrettung variieren je nach Beschädigungsgrad und dem dadurch entstehendem Aufwand.

Ist jedoch nicht die Festplatte beschädigt, sondern „lediglich“ die Steuererklärung versehentlich gelöscht worden, gibt es eine Vielzahl von Programmen mit denen der Benutzer selber das Dokument wiederherstellen kann. Zuerst sollte überprüft werden, ob das gelöschte Dokument noch im Papierkorb des PC zu finden ist. Falls das nicht der Fall ist, helfen Programme wie „Recover4All Professional“ (www.recover4all.com) weiter. Mit diesem Programm lassen sich gelöschte Daten wieder finden. Die Testversion ist kostenlos erhältlich, funktioniert jedoch nur bis zu einer Datengröße von 10 Kilobyte. Auch in der Testversion werden alle Daten angezeigt die zur Rettung zur Verfügung stehen. Die Vollversion ist für etwa 70 Euro erhältlich.

Auch „PC Inspector File Recovery 3.0“ kann gelöschte Daten wieder beleben. Diese Software ist als Freeware, also kostenlos unter www.pcinspector.de erhältlich und funktioniert unter den gängigen Dateisystemen FAT und NTFS. Zu beachten ist bei diesem Tool jedoch, dass es zur Rekonstruktion der Daten nicht auf dem gleichen Laufwerk liegen kann, wie die zu rettenden Dateien. Der Datenretter unterstützt jedoch zum Abspeichern von rekonstruierten Daten auch Netzwerklaufwerke. Wenn jetzt der Kopf auf dem Magnetband kratzt braucht keiner mehr in Panik zu geraten, denn die Datenrettung holt jedes Dokument wieder heil raus.

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