Wasser und Pflanzen sind ihre Lieblingsmotive

ATELIER-GESPRÄCH Heike Kern arbeitet mit Seide, Farben, Sand und Gips. Staffelei steht im alten Kinderzimmer

Von Kathrin Giese

KÖNIGSWINTER. Es sind Ausschnitte und Blickwinkel. Festgehalten mit Acrylfarben und verschiedenen Materialien wie Seide, Sand oder Gips. Die gelernte Grafikerin Heike Kern aus Oberdollendorf arbeitet in ihren Bildern gerne mit drei Dimensionen. Anfang dieses Jahres hat sie ihrer Kreativität Platz gemacht und bezog ein eigenes Atelier.

Man könnte es „zurück zu den Wurzeln“ nennen, denn Heike Kern ist mit ihrer Staffelei wieder in ihr altes Kinderzimmer im Haus ihrer Eltern eingezogen. „Meine Eltern wollten die Einliegerwohnung nicht mehr vermieten. Da hatte ich die Idee für das Atelier“, erzählt die zweifache Mutter. Früher arbeitete Heike Kern im Keller des eigenen Hauses. Zusammen mit ihrem Mann Helmut teilte sie sich dort den großen Kellerraum. „Deshalb habe ich aufgehört mit Ölfarben zu malen. Die haben meinen Mann, der dort gleichzeitig am Computer arbeitete, zu sehr gestunken“, erinnert sich Heike Kern. Jetzt hat sie eine ganze Wohnung mit zwei Zimmern Platz für sich und die Kunst.

Überall liegt heller Laminatboden. Die Wände sind weiß gestrichen. Im größeren Raum arbeitet sie. Eine große Plastikplane schützt den Boden vor der Acrylfarbe. „Mal sehen, wie lange das gut geht“, erzählt Kern, denn für die Auftritte der Ballettgruppe, in der ihre Töchter tanzen, entwirft sie seit einigen Jahren die großen Bühnenbilder. „Die brauchen sehr viel Platz“, so Kern. Ihr persönliches Lieblingsbild hängt im kleinen Gästezimmer des Ateliers: Ein grüner Ausschnitt eines Blattwerks. Das eine Blatt ist aus grüner Seide und weht dadurch im Wind. Ein typisches Beispiel für die Schaffensweise der Köln-Liebhaberin, deren Motive gerne das Wasser, Blumen oder Pflanzen sind. „Eigentlich wollte ich Kunstlehrerin werden, doch dann kam die Lehrerschwemme“, so Kern. Heute engagiert sie sich in der Lokalpolitik und arbeitet nur noch selten in ihrem Beruf als Grafikerin.

Die letzte Einzelausstellung von Heike Kern war von November bis Januar im Bungertshof in Oberdollendorf zu sehen. Die damals gezeigten Bilder können im Internet im Archiv des kunstfreundlichen Gasthofes unter www.bungertshof.de betrachtet werden. In nächster Zeit wird sich Heike Kern mit zwei Auftragsarbeiten beschäftigen: „Ich soll ein Haus abstrakt festhalten und ein Bild passend für ein Wohnzimmer erstellen“, so Kern. Das Atelier von Heike Kern ist „An der Luhs 34“ in Oberdollendorf zu finden. Wer die Künstlerin in ihrem Schaffensraum erleben möchte, kann sich mit ihr verabreden, 0 22 23/2 21 40, oder per E-Mail an HeikeMKern@aol.com.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 02.10.2003.

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