Ein Kontrast zur farbigen Bilderwelt der Medien

KUNST Fotoausstellung aus der Partnerstadt Ludvika ist bis zum 31. Oktober 2003 im Foyer des Rathauses zu sehen

Von Kathrin Giese

BAD HONNEF. Bereits zum fünften Mal gastieren Fotografen aus der schwedischen Partnerstadt Ludvika mit einer Ausstellung im Foyer des Bad Honnefer Rathauses. Noch bis Ende nächster Woche ist die länderverbindende Schau, organisiert vom Partnerschaftskomitee und dem Fotoclub Ludvika, zu sehen.

Gezeigt werden 60ausgewählte Schwarzweiß-Fotos der Ludvika Fotoamateure. Am Dienstagabend wurde die Ausstellung eröffnet. „Es bedarf keiner großen Interpretation, die Bildersprechen für sich: Sie zeigen Menschlichkeit, nette Gesichter und wenn auch weniger als in den letzten Jahren, die schwedische Natur“, so eröffnete der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Egbert Krähe die Vernissage am Dienstag. Die Stellvertretende Bürgermeisterin Gerda Seidel sprach von Austausch und Gesprächen, die durch diese Ausstellung entstehen: „Das ist nicht nur Bilderaufhängen“.

Besonders an der Ausstellung ist, dass ausschließlich schwarzweiße Fotos gezeigt werden. Der Fotosalon Ludvika will damit einen Kontrast zu der farbigen Bilderwelt der Medien bieten, aber auch einen künstlerischen Anspruch erheben. Aus 149 Einsendungen aus der Provinz Dalarna wählte eine unabhängige Jury aus Künstlern, Malern und Bildhauern die gezeigten 60 Fotos aus. Insgesamt 27 Amateur-Fotografen aus neun Fotoclubs stellen sich vor. Zum ersten Mal werden dieses Jahr auch digitale, also am Computer bearbeitete Fotos ausgestellt. Einige Digitalfotos können an der etwas anderen Farbgebung erkannt werden: So zum Beispiel das Porträt des Spitz von Barbro Rosen. Rosen begleitet als Vorstandsmitglied des Fotoclubs Ludvika die Ausstellung nach Bad Honnef.

In schwedischer Nationaltracht begrüßte sie die Besucher der Vernissage. Von der begeisterten Digitalfotografin sind vier Fotos ausgestellt. „Die digitale Fotobearbeitung bietet so viel mehr Möglichkeiten als das Entwicklungslabor“, sagte Christian Kieß, der als Mitglied beider Gemeinschaften die Schnittstelle zwischen den Honnefer Fotofreunden und dem Fotoclub Ludvika bildet.

„Die Methoden ändern sich, doch auch mit der digitalen Fotobearbeitung will der Künstler versuchen die Bildidee zu verstärken und herauszuarbeiten.“ In den gezeigten Fotos kann der Betrachter die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Schweden und Deutschland erkennen: So werden zum Beispiel zwei Soldatenbilder ausgestellt. „In Deutschland stößt man mit Militärfotografie in eine Tabuzone, in Schweden ist ein Soldatenfoto nach 300 Jahren Frieden kein Problem“, erklärt Krähe.

Die Ausstellung ist bis Freitag, 31. Oktober, im Foyer des Rathauses in Bad Honnef zu besichtigen.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 23.10.2003

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