Weg nach Bethlehem

ADVENTSKALENDER Annelore Broscheid aus Komp malt spannungsreiche Bilder. Emaillierte Kupferstücke weisen den steinigen Weg zur Krippe

Von Kathrin Giese

 GA-ADVENTSKALENDER Annelore Broscheid. Foto: Frank HomannKÖNIGSWINTER. „Wer den Weg nach Bethlehem sucht, wird ihn überall finden. Auch hier im Siebengebirge“, sagt Annelore Broscheid. In ihrem Bild zum Thema Christkind ist daher der Ölberg als Repräsentant für das Siebengebirge zu finden. An seinem Fuße, in ein kleines Dorf hat die Künstlerin die Geburtsstätte des Christkinds übertragen. Geschützt durch einen Torbogen, in einem Haus in der Mitte des Dorfes, steht dort die Krippe mit Vater, Mutter und Kind.


Der Weg zu ihr ist hell. Wie Stufen wirken die emaillierten Kupferstücke. Ein großer, dreieckiger Lichtkegel beleuchtet von der Krippe aus den Weg. Ein kleinerer Lichtkegel strahlt in den dunklen Nachthimmel bis hoch zur Spitze des Ölberges.

„Wenn man den Weg findet und ihm folgt, dann gelangt man zum Licht und es wird hell“, erklärt die heimatverbundene Künstlerin. Die dreieckige Form der beiden Lichtkegel soll an die göttliche Dreifaltigkeit erinnern. Annelore Broscheid, die ein Gründungsmitglied der Gemeinschaft Königswinter Künstler ist, hat für ihre Bilder eine eigene Technik entwickelt. In ihrem Wohn- und Schaffensraum im kleinen Dorf Komp emailliert sie Kupferplättchen, die wichtige Bausteine für ihre Bilder sind. Dafür werden Farbpulver auf die Kupferstücke gestreut und im Emaillierofen bei hohen Temperaturen zu einer Schicht verschmolzen.

Die Farbvielfalt auf dem Kupfer entsteht in mehreren Emaillier-Durchgängen. Aus den bunten Metallstücken entstand auch die Ausgangsbasis für dieses Bild: Nach dem Emaillieren wurden die Plättchen auf die leere Leinwand geklebt. Dann entstand um sie herum und mit ihnen das Werk in Acrylfarben. In dem kleinen Dorf auf dem Bild leuchten einige, vom Licht der Krippe angestrahlte, Dächer durch die dunkelblau emaillierten Kupferplättchen. „Für mich ist diese Art zu Arbeiten eine Veränderung von hart zu weich, denn früher habe ich meine Bilder gebatikt“, erklärt Broscheid.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 1.12.2003.

Foto: Frank Homann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.