Freude und Sorgen einer werdenden Mutter

ADVENTSKALENDER Ralph-Georg Claus wendet sich in seiner Speckstein-Arbeit der schwangeren Maria zu

Von Kathrin Giese

GA-ADVENTSKALENDER Bild von Ralph-Georg Claus: „Erwartung“. Foto: Frank HohmannKÖNIGSWINTER. „Erwartung“ ist der Titel der kleinen Speckstein-Skulptur von Ralph-Georg Clauss, Vorsitzender der Gemeinschaft Königswinterer Künstler (GKK).

In einem geschenkten Speckstein, mit interessanten roten Kupfer-Einschlüssen entdeckte er die gebückt gehende, schwangere Frau. „So einen Stein habe ich noch nie gesehen. Die Maserungen sind ganz besonders schön“, so Clauss. Mit einem Messerchen und Schleifpapier arbeitete er die Frau aus dem weichen Speckstein heraus, ohne den Stein dabei stark zu verändern. „Ich habe nur deutlicher gemacht und verstärkt, was in dem Stein steckte“, erklärt der Lehrer an einer Schule für Erziehungshilfe.


Die schwangere Frau trägt ein weites Kleid. Der große, runde Bauch ist gut zu erkennen. Von der Seite und von Hinten betrachtet erkennt man einen runden, gebeugten Rücken. „Sie hat etwas buckliges, leidvolles an sich.“, so Clauss. An dem markanten Rücken erkennt er die Sorgen, die eine werdende Mutter drücken: Was wird aus dem Kind, welche Zukunft steht ihm bevor, wird es gesund sein, geht alles gut?

„Auch beim Christkind war es sicher nicht anders. An dieses Kind wurden besonders hohe Erwartungen gestellt und es musste in seinem Leben Leid erfahren“, glaubt der Vater von zwei Jungen. Aber auch freudige Gefühle lassen sich in der Skulptur erkennen: Vielleicht lacht sie und hält die Hand vor den Mund. Beides, Freude wie Sorge, steckt in der kleinen Skulptur. „Seit langer Zeit habe ich mich wieder an den Speckstein gewagt“, stellt Clauss fest, der seinen anstrengenden Arbeitsalltag für gewöhnlich beim Malen mit Acrylfarben vergisst. „Beim malen kann ich alles heraus geben. Danach bin ich total ebtspannt“, erklärt Clauss.

Die GKK zeigt vom 14. Dezember bis zum 4. Januar in der Kirche des St. Jakobus d. Ä. in Ersdorf bei Meckenheim Jesus- und Christkindbilder. Die Vernissage ist am 14. Dezember nach der 18 Uhr Messe. Danach ist die Kirche dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 4.12.2003.

Foto: Frank Homann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.