Die Gestaltung von Gesichtern ist ihre Stärke

ADVENTSKALENDER Helene Ramershoven bildet den Künstlernachwuchs in der Volkshochschule aus. Jährlich zu Weihnachten kreiert die Bad Honneferin neue Adventsmotive

Von Kathrin Giese

GA-ADVENTSKALENDER Helene Ramershoven. Foto: Frank Homann KÖNIGSWINTER.
„Kunst bleibt Kunst, auch wenn sie alt ist“, zitiert Helene Ramershoven ihren Kunstprofessor Pravoslav Sovak und holt eine ihrer frühesten Plastiken hervor. Es ist eine kleine Krippe. Wie es gehört mit Maria, Josef, Kind und drei Schafen.

„Man sieht ja, dass sie noch keine Kinder bekommen haben“, diese Worte sprach 1960 der Bad Honnefer Bildhauer Edmund Wessling zu seiner Schülerin Helen Ramershoven. Die Künstlerin aus Bad Honnef hatte ihm damals diese Krippe aus gebranntem Ton gezeigt. Doch ihr Ausbilder, bei dem sie zwei Jahre in die Lehre ging, war nicht zufrieden. Die Formen gefielen ihm nicht und das kleine Kind war ihm zu unrealistisch.


„Die Krippenfiguren, waren einfach so aus mir heraus entstanden. In runden Formen und geschwungen. Ich hatte mir damals keine Gedanken gemacht“, erklärt die Malerin und Bildhauerin. Darüber hinaus bemängelte ihr Ausbilder, dass die Figuren keine Gesichter haben. „Damals konnte ich noch keine Gesichter formen. Das hat er mir dann beigebracht“, erklärt Helene Ramershoven.

Das Schema, das sie damals von ihrem Lehrer lernte, wendet sie noch heute an. In den von ihr geleiteten Volkshochschulkursen gab sie diese Technik für das Herausarbeiten von Gesichtern wiederum an ihre Schüler weiter. Auch die Hände der Krippenfiguren waren noch nicht ausgearbeitet. Keine Finger sind zu sehen. Die Arme sind zu runden Bögen geschwungen. „Die Krippe lebt trotzdem jedes Jahr mit uns“, erzählt Helene Ramershoven.

Zu Weihnachten hat die Künstlerin immer etwas auf die Bein gestellt. Viele Linolschnitte und mehrfarbige Kupferradierungen mit weihnachtlichen Motiven sind entstanden. Doch Ramershoven arbeitet nicht nur mit Hoch- und Tiefdruck. Sie malt auch in einer Kombination aus Öl- und Acrylfarbe. Mit ihrer neusten Technik hat sie zurzeit Erfolg: „Meine Häkel-Schnecken kommen gut an“, beschreibt Ramershoven. Auf einer selbst gehäkelten Leinwand mit grober Struktur entstehen grafische Formen in weißer Farbe, die wie Schnecken anmuten. Gleich zwei dieser modernen Bilder wurden von der Jury der Bonner „Regionalen“ zur Ausstellung eingeladen.

Wer das vielseitige Werk von Helene Ramershoven kennen lernen will, kann dies bei einem Besuch im Amtsgericht in Königswinter, Drachenfelsstrasse 41 tun: Dort stellt die Malerin und Bildhauerin aus. Die Werke sind während der Öffnungszeiten des Amtsgerichts noch bis zum Frühling zu sehen. Die Türen des Amtsgerichts sind montags von 8:30 bis 14:00 Uhr und dienstags bis freitags von 8:30 bis 12:30 Uhr geöffnet.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 15.12.2003.

Foto: Frank Homann

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