Sechszackiger Stern wacht über die Familie

ADVENTSKALENDER Künstler Bernd Klihm mischt Mehl und Makulatur mit Wasser und formt dann sein Bild. Menschen sehen aus wie Strichmännchen

Von Kathrin Giese

ADVENTSKALENDER Bernd Klihm. Foto: Frank Homann KÖNIGSWINTER. Der Bad Honnefer Künstler Bernd Klihm hat zum Thema Christkind diese Strichmännchen erschaffen. Reduziert auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, erzählen sie jedem Betrachter eine ganz eigene Geschichte.

Das Bild sieht aus, als wäre es in Ton gefertigt und sehr schwer. Ist es aber nicht: Bernd Klihm mischte Mehl und Makulatur mit Wasser, bis daraus ein aufquellender Teig entstand. Dann gab er dem Teig die rotbraune Farbe. Die Farbschicht im Teig trocknete schneller, als die Masse aus Mehl und Holz. Dadurch entstanden die Risse und Sprünge in der Oberfläche.


Mit einem Stock kratzte Bernd Klihm dann das Motiv in den noch nicht getrockneten Teig. „Es dauert Tage bis es durchgetrocknet ist“, erklärt der Künstler. Dieses Bild hat er zum Schluss noch einmal mit heller Farbe lasiert, um den Kontrast er Farben erdrot und weiß abzumildern.

„Zu sehen sind Vater, Mutter und Kind unter einem besonderen Stern“, beschreibt Bernd Klihm. In seinen Werken geht es ihm um den kleinsten gemeinsameren Nenner. Deshalb stellt Klihm die Menschen vereinfacht als Strichmännchen da. Sie sind reduziert auf die wichtigsten Erkennungsmerkmale. Hier ist eine Familiensaga zu sehen, die auf jedermann zu treffen kann: „Wenn eine Familie gegründet wird, dann ist das immer etwas besonderes“, erklärt Klihm. Der Stern ist ein sechszackiger Stern. Eine Zacke hat Klihm zu einem Schweif etwas länger gezogen.

Bernd Klihm, der in der Bonner Fahnenfabrik als Grafiker arbeitet, bringt die Aussage in seinen Bildern gerne auf den Punkt: „Alles Überflüssige lasse ich weg. So liegt das Gewicht auf der kurzen Aussage meines Bildes, zu der sich jeder Betrachter direkt äußern kann.“ Damit lässt der ehemalige Vorsitzende der Gemeinschaft Königswinterer Künstler Missverständnisse erst gar nicht aufkommen. Trotzdem kommt die Fantasie in seinen konkreten Bildern nicht zu kurz: „Jeder hat seine eigene Fantasie. Wenn jemand dieses Bild betrachtet, dann rollt sich bei ihm selbst der ganze Film ab. Sein eigener Film“, erklärt Bernd Klihm.

Im kommenden Frühjahr will Bernd Klihm in seinem neu bezogenen Haus in der Rommersdorferstraße 32, die Räume der ehemaligen Pizzeria Gruppen zur Verfügung stellen. Kunstgruppen, Vereinen oder Familienfeiern bis zu 30 Personen soll es möglich sein den Raum für Events zu mieten. Im März ist die Renovierung abgeschlossen. Anfragen nimmt Bernd Klihm ab Januar entgegen unter 0 22 24/91 90 74 oder per E-Mail an berndklihm@t-online.de.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 19.12.2003.

Foto: Frank Homann

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