Weihnachten findet sich weitab von Konsum und Kommerz

ADVENTSKALENDER In einer Skulptur stellt Rainer Sieben Zusammenhalt und Familiensinn dar

Von Kathrin Giese

KÖNIGSWINTER. „Weihnachten der Familie“ ist das Thema der Metallplastik von Rainer Sieben aus Eitdorf. Für den Kunstschmied steht die Familie an Weihnachten im Mittelpunkt. „Den Zusammenhalt von Maria und Josef während der Schwangerschaft und auf der Suche nach einem geeigneten Platz für die Geburt finde ich vorbildhaft“, erklärt Rainer Sieben. Aus diesem Grund scheute er werder Schweiß noch Mühe und schmiedete diese große Skulptur. Sie soll dem Betrachter den eigentlichen Sinn von Weihnachten, jenseits des Konsums und Kommerz, näher bringen.


Der Ständer der Skulptur ist symbolisch in Kreuzform gehalten. „Die Geburt Jesus ist unweigerlich mit seinem Tod am Kreuz verbunden“, beschreibt der Kunstschmied. Auf dem Ständer ist eine große Kugel befestigt. Sie stellt die Erde dar und ist in dunkel belassenem Stahl gehalten. Sie besteht aus einzelnen Platten, die ähnlich wie bei Plattenpanzern der Römischen Krieger, zusammengeschweißt wurden. „Man könnte die Platten aber auch als hightech Pixel der Neuzeit betrachten“, meint Rainer Sieben.

Oben auf der Erde wird es heller. Aus Schmiedebronze hat Rainer Sieben Licht und Wärme entstehen lassen. Die junge Familie befindet sich in diesem goldfarbenen Licht und strahlt dieses auch aus. Zu sehen sind Josef und Maria, die zu einer gemeinsamen Hülle verschmelzen, wie ein schützender Mantel. In der Mitte zwischen ihnen ist der kleine Jesus zu entdecken. Er ist von seinen Eltern umgeben und wird von ihnen beschützt. „Die Liebe und die Fürsorge, die sie Jesus in seiner Erziehung gegeben haben, gegen alle widrigen Umstände der damaligen Zeit, ermöglichten ihm ein Heranwachsen zu unserem Erlöser“, erklärt Rainer Sieben.

An dieser Skulptur ist, wie bei allen Arbeiten von Rainer Sieben, alles handgeschmiedet. „So wie ich es von meinem Meister Karl König aus Bonn gelernt habe und durch meine Erfahrungen mittlerweile ergänzen konnte“, erklärt Sieben. Seine Philosophie ist es Materialien, Formen und Farben auf der Basis der althergebrachten Schmiedekunst zusammenzubringen und zu neuem Leben zu erwecken. „Durch die Kombination von verschiedenen Materialien entstehen interessante Ergebnisse“, sagt Sieben. Bei der individuellen Gestaltung von Metallobjekten vereinigt der Künstler alte Schmiedekunst und moderne Verarbeitungsmethoden zu einer Einheit. Das Spektrum der Arbeit von Rainer Sieben ist weit: Er erschafft Objekte für drinnen und draußen, Möbelstücke, Ladeneinrichtungen und Werbeschilder, sowie Geländer und Gitter, als „Kunst am Bau“.
Das letzte Projekt des Kunstschmiedes war die Restauration der Schmiedewerke in der evangelischen Kirche in Eitdorf. Diese waren bei dem Brand der Kirche in Mitleidenschaft gezogen worden. Rainer Sieben, der seit diesem Jahr Mitglied in der Gemeinschaft Königswinterer Künstler ist, freut sich auf Projekte mit anderen Künstlern aus Königswinter und Bad Honnef.

Rainer Sieben und das „Stahlzeit – Gestaltungsatelier 7“ sind im Internet unter www.stahlzeit-7.de zu finden.

Erschienen im General-Anzeiger Bonn vom 19.12.2003.

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