Feinstes Tuch bedeckte Kopenhagens Straßen

Kopenhagen (gis) Über das Brautkleid von Kronprinzessin Mary wurde im Vorfeld viel spekuliert. Wie es sich gehört blieb die Garderobe der Braut bis zum Einzug in die Domkirche streng vertraulich.

Welch ein Anblick als die zukünftige Prinzessin in einem sehr edlen, elfenbeinfarbenen Brautkleid mit aufwendiger Faltenoptik aus dem Wagen vor der Domkirche stieg. Auf diesen Augenblick hatte ganz Dänemark gewartet.

Zum Geleit durfte die Australierin den traditionsreichen, acht Meter langen Familienschleier von 1905 tragen, den Königin Ingrid 1935 zur Hochzeit mit Kronprinz Frederik trug. Die fast 100 Jahre alte, handgeklöppelte, irische Spitze passte ausgezeichnet zu ihrem Kleid mit fast schulterfreiem Carmen-Ausschnitt. Hinter sich zog Prinzessin Mary eine massive, sechs Meter lange Schleppe, die aus 24 Meter doppelt genommenen Duchesse-Stoff geschneidert und mit Seidentüll gefüttert wurde.

Allein für den formgebenden Unterrock wurde 31 Meter Tüll verarbeitet. Die Ärmel des Kleides schlangen sich, angelehnt an die Kalla-Blume um die Arme der Braut. Diese hatte der Designer Uffe Frank entworfen.

Der Schmuck, den die neue Kronprinzessin trug, war ein Geschenk der Schwiegereltern, Königin Margrethe und Prinz Henrik. Die mit Brillanten und Südseeperlen besetzten Ohrringe aus Weißgold wurden eigens für die Hochzeit von der Schmuckkünstlerin Marianne Dulong von Hand gefertigt worden.

Außerdem hatte Mary ein spezielles Spitzen-Taschentuch dabei, das nach einem altdänischen Tonderaner Muster mit dem Namen »Dänemarks große Herzen« (auf Dänisch. »Danmarks Store Hjerte«) von Hand geklöppelt wurde. Die Klöpplerin Astrid Hansen hatte seit der Verlobung im Oktober bis Ostern täglich sechs Stunden dran gearbeitet.

Geführt wurde die Braut von ihrem Vater, der in schottischer Nationaltracht erschien. Prinz Frederik trug die Uniform eines Fregatten- Kapitäns der königlichen Marine. Unter den 800 geladenen Hochzeitsgästen war die zukünftige Braut Letizia des spanischen Thronfolgers, die nächstes Wochenende vor den Altar schreiten wird, in ihrem eleganten feuerroten Kleid ein besonderer Augenschmaus.

Adel, wie Nicht-Adel erschien in aufwendiger Kleiderpracht, so dass es niemanden wundert, dass in den Wochen vor der Hochzeit alle Schneider in Kopenhagen ausgebucht waren. Besonders beliebt waren Rosatöne, die von hell bis kräftig variierten. Besonders gut stand das Rosa, der schwarzhaarigen Prinzessin Alexandra, die Frau von Prinz Joachim.

Auch Königin Margrethe trug gelungen ein frisches Rosa kombiniert mit einem filigranen Blumenmuster, das in der Handtasche nochmals aufgegriffen wurde. Ungewöhnlicherweise wagten es einige der weiblichen Gäste durchaus sich in rein weißen, oder schwarzen Kleidern zu zeigen.

Das weiße Kleid ist traditionsgemäß eigentlich der Braut vorbehalten. Sofort ins Auge fielen die Vertreter Grönlands, die standesgemäß in der grönländischen Nationaltracht erschienen. Insgesamt hat Kopenhagen eine solche Hülle und Fülle an feinem Tuch und edlem Stoff, in der gesamten Palette der Farben lange nicht gesehen. Es heiratet schließlich nicht alle Jahre ein Kronprinz.

Erschienen im Nordschleswiger vom 15.05.2004.

PDF IconArtikel des Nordschleswigers als PDF downloaden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.