Das Gras zwischen den Zehen spüren

„Wellness ist für alle da“ – so das Motto von Reiner Wieben, der in Klautoft eine Kurklinik betreibt

Wer an Wellness denkt, der hat vielleicht das Bild von der in Milch badenden Cleoprata vor Augen oder denkt an in dicke Schlamm- und Moorschichten gehüllte Schönheiten, die mit Gurkenscheiben auf den Augen auf goldschimmernden Liegestühlen relaxen. Doch eigentlich ist das Elitäre, Luxuriöse, zu dem die Wellness heute tendiert, nicht mehr mit dem Ideal ihrer Anfangszeit verwandt.

Von Kathrin Giese

Der deutsche Wellness-Spezialist Reiner Wieben hat in Klautoft eine private, ambulante Kurklinik aufgebaut, die seinem Motto »Wellness ist für alle da« treu bleibt. Ziel der Wellness-Anbieter ist es, die folgenden Komponenten zu steigern, um einen höheren Grad an Wohlbefinden zu erreichen: Die Harmonie mit der Umwelt, die geistige Beweglichkeit, den seelischen Belastungsgrad, die positive Arbeitsmoral und das harmonische Privatleben.

Naturnahe Praxis im ehemaligen Schulgebäude

»Ich behandele alles mit meinen Händen«, so die Devise von Reiner Wieben, der unter anderem gelernter Masseur und Bademeister ist. Als er 1990 das Anwesen in Klautoft kaufte, waren die ehemaligen Schulgebäude zu Ruinen verfallen. In seiner Freizeit hat er sie zu einer naturnahen Praxis mit angeschlossenem Wohnhaus hergerichtet. Hinter den Gebäuden erstreckt sich ein neu angelegter Wald. Breite Wege führen an rauschenden Bäumen durch den Park und münden an einen idyllischen Biotop mit Fischen.

Barfuß im Morgentau

Überall sind lauschige Plätze zu entdecken, an denen Halt gemacht und die Natur genossen werden kann. Ein Spaziergang durch die Gartenanlage ist für seine Wellness-Gäste eine natürliche Möglichkeit, den Alltag zu vergessen, und sich zu entspannen. Das Gelände bietet sich auch für Kneipp-Behandlungen an. So lässt Wieben Gäste barfuß im Morgentau durch die Wiese waten und das Gras zwischen den Zehen spüren.

Atemgymnastik aus China

Wenn die ersten Lebensgeister durch einen solchen Spaziergang wieder geweckt sind, bieten sich zum Beispiel Chi Gong-Übungen, eine Art Atemgymnastik aus China, an. Hier erfährt der Gast aktiv, wie er durch bewusstes Atmen, kombiniert mit einfachen aber wirkungsvollen Streck- und Dehnübungen, seine Muskulatur lockern und so für Entspannung sorgen kann. Ein anschließender Wadenguß mit kaltem Wasser aus der Gießkanne erfrischt und aktiviert den Körper. Für Reiner Wieben ist es selbstverständlich, dass er seinen Gästen die Füße nach einer solchen Wasser-Behandlung abtrocknet.

Aktive und passive Elemente

Gerne kombiniert Reiner Wieben aktive und passive Elemente in einer Wellness- Behandlung miteinander. Bei dem Spaziergang und den Chi Gong-Übungen tut der Gast aktiv etwas für sein Wohlbefinden. Bei der anschließenden Massage kann er sich ganz in die Passivität fallen lassen und Entspannung finden. Beim Betreten der Praxis wird der Gast bereits freundlich von Agnes Hansen empfangen, dem »guten Geist der Praxis«, wie Reiner Wieben sagt. Durch alle Räume strömen angenehme Klänge, die für eine entspannte Atmosphäre sorgen.

Individueller Behandlungsplan

Vor jeder Behandlung lernt Reiner Wieben seinen Kurgast in einem Beratungsgespräch kennen. Er horcht nach den Wünschen und Vorstellungen der Gäste, ihrer Krankheitsgeschichte und entwickelt daraus einen individuellen Behandlungsplan. »Eine Diagnose stelle ich nicht, dafür muss ein Arzt aufgesucht werden «, so Wieben. Die Räume des Behandlungsbereiches sind offen gestaltet. Stofftrennwände unterteilen die einzelnen Kabinen für die Gäste.

Frisches Aussehen

Das Anwendungsspektrum, das Reiner Wieben bietet, ist vielfältig: Eine Extension der Wirbelsäule bietet zum Beispiel eine entlastende Wirkung auf die strapazierte Wirbelsäule. Eine klassische Energiemassage regeneriert, in dem die Energie- und Muskelverläufe stärkend massiert werden. Für das Gesicht bietet sich eine manuelle Lymphdrainage an, die das Gewebe entlastet und so für frisches Aussehen sorgt.

Vom Frisör zum Sportphysiotherapeut

Dabei greift Wieben auf sein umfangreiches Naturheilwissen aus seiner weitgefächerten Ausbildung und auf langjährige Berufserfahrung zurück. Begonnen hat alles mit einer Frisörlehre, dann folgte die Ausbildung zum Masseur und Bademeister, er wurde Physiotherapeut und studierte verschiedene Bereiche der Naturmedizin in Österreich, Schweden, der Schweiz und in Deutschland. Eineinhalb Jahre betreute Wieben als Sportphysiotherapeut die Eishockeymannschaft Vojens beim Aufstieg.

Fotos: Björn Bartel

Erschienen im Nordschleswiger vom 17. Juli 2004.
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Weiterer Artikel: Woher stammt der Begriff „Wellness“.

Eine Antwort auf „Das Gras zwischen den Zehen spüren“

  1. Hallo Reiner, ich bin es Antje Wieben, deine Halbschwester, und ich war mir nicht sicher, als ich es alles lass, dass du es bist. Aber du bist es. Ich weiß ja gar nicht, ob du Kontakt hast zu Petra, weil ihre beiden Töchter sind auch im Heilwesen tätig. Das klingt nun alles überraschend. Melde dich, wenn du dich noch an mich erinnern kannst.

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