Gärten der Welt im Erholungspark Marzahn

Traumhafte Blütenpracht:Nichts ist so entspannend, wie in eine andere Welt einzutauchen. Ein Ausflug in die fünf Gärten der Welt in Marzahn entführt in asiatische, orientalische und europäische Gartenträume.

Von Kathrin Giese

Gärten der Welt im Erholungspark MarzahnWer hätte es vermutet, dass sich im Herzen des Berliner Plattenbau- Stadt-
teils Marzahn ein kleines Paradies befindet: Fünf liebevoll gestaltete, landestypische Gärten aus China, Japan, Korea, Bali und dem Orient locken Besucher in den Erholungspark Marzahn.

Allein die Namen der Gärten können einen ins Schwärmen bringen: Der „Garten des wiedergewonnenen Mondes“ ist mit fast drei Hektar der größte chinesische Garten in Europa. Am Portal zum Garten mit wunderschönem Fliesenmosaik empfängt den Besucher eine riesige Konfuziusstatue.


Kostbare Hölzer

In der Mitte des Gartens befindet sich ein großer See, über dessen Ausläufer zahlreiche kleine Brücken führen: Vorbei an einen romantisch gelegenen kleinen chinesischen Pavillon, mit der typischen geschwungenen Dachkonstruktion. Im großen Teehaus mit Terrasse zum See heraus kann pausiert werden. Alle Gebäude sind aus kostbaren Hölzern errichtet und in den Farben rot, weiß und schwarz gehalten. Der chinesische Garten wurde als erster Garten im Herbst 2000 nach vierjähriger Bauzeit eröffnet. An seiner Entstehung war die Partnerstadt Peking intensiv beteilig: Die Planung der großen Parkanlage sowie die Organisation landestypischer Baustoffe wurde von der chinesischen Seite übernommen.

Wasserfall aus Steinen

Der japanische „Garten des zusammenfließenden Wassers“ zeigt die klassischen, ruhigen Stein-Arrangements des Zen-Buddhismus. Er ist sehr schlicht gehalten. Schmale Steinpfade führen verschlungen durch den Garten zu einem Pavillon. Von hier aus kann man einen steinernen Wasserfall bewundern, der in ein feinsäuberlich geharktes, weißes Steinmeer mündet: Hier sitzen viele Rentner und genießen die Ruhe der Steine. Die ordentliche Atmosphäre der Steinbeete, scheint auch auf die Besucher überzuspringen: Keiner tritt neben die Wegsteine. Alle bewegen sich andächtig und leise auf den Pfaden.

Beeindruckende Orchideen-Blütenpracht, Räucherstäbchen Duft und tropische Luftfeuchtigkeit – das sind die Markenzeichen des balinesischen „Gartens der drei Harmonien“. Wegen der besonderen Ansprüche der tropischen Pflanzen ist er geschützt im Gewächshaus untergebracht. Die feuchte Hitze und der feine Sprühnebel laden nicht gerade zum Verweilen ein. Der Besuch im Gewächshaus gleicht einem Sauna-Durchmarsch. Zwischen den urwaldigen Pflanzen sind kleine Opferschreine zu entdecken. Ein traditioneller Wohnkomplex mit einem Tempel lässt einen Eindruck von der balinesischen Bau- und Lebensweise entstehen. Wieder draußen angekommen, wirkt die Sommerluft angenehm und viel kühler als zuvor.

Orientalische Mosaike

Ganz anders ist der orientalische „Garten der vier Ströme“ aufgebaut. Dieser Garten vereinigt Gartenbautraditionen verschiedener orientalischer Länder. Es ist ein arabischer Gartenhof, in dessen Mitte sich zwei Springbrunnen-Läufe kreuzen. In vier quadratischen Beeten sind zahlreiche exotische Pflanzen zu finden. Umgeben ist er von einem angedeuteten Gebäude, dessen Rundgang mit orientalischen Mosaiken und Bögen verziert ist. Schon beim Eintritt in den Garten kommt orientalische Atmosphäre auf: Die Besucher halten sich weniger in dem sonnenüberfluteten Garten auf, sondern in den schattigen Arkaden. Während sie sich im Schatten erholen, schweifen ihre Blicke über die Springbrunnen-Anlage: Ein erfrischender Anblick. Der Szenerie fehlen nur Sitzecken in denen Männer Wasserpfeifen rauchen – dann würde der Besucher ganz vergessen, dass er eigentlich in Marzahn ist.

Die neuste Anlage ist der koreanische „Seouler Garten“. Er ist ein Geschenk der Stadt Seoul an Berlin und umfasst eine Fläche von rund 4.000 Quadratmeter. Man sieht ihm noch an, dass er gerade erst errichtet wurde. Die Landschaft, in die sich zahlreiche Höfe, Stauen und Pavillons einfügen wirkt noch zu aufgeräumt. Wenn die Pflanzen erst stärker gewuchert sind, wird auch dieser Garten im Erholungsfaktor keinem der anderen nachstehen.

Erschienen im Magazin „Kulturen„, Ausgabe Juli 2006.

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