Deutsche Investoren verpennen Chance

Warum will keine deutsche Investorengruppe ein Riesenrad in Berlin bauen?

Von Kathrin Giese

Der Streit um den Riesenradbau – entweder am Berliner Zoo oder am Ostbahnhof –  stellt die Städteplaner vor eine schwere Entscheidung. In beiden Fällen wollen ausländische Investoren in einen riesigen Publikumsmagneten investieren, mehr Touristen nach Berlin locken und vor allem: tüchtig Geld verdienen. Warum kommt eigentlich kein deutscher Investor auf die Idee in so eine, scheinbar todsichere Geldmaschine zu investieren. Warum müssen erst der amerikanische Milliardär Philip F. Anschutz mit seiner Entertainment Group oder die internationale Investorengruppe World Wheel Berlin Holding auf den Plan treten, um letztendlich die Gewinne in Ausland zu karren.

Es muss doch auch hier in Deutschland Banken geben, die den kalkulierbaren Erfolg eines Riesenrads erkennen und mit Krediten deswegen  nicht lange zögern. Haben denn die hiesigen  Geldmanager einfach die Chance vertrödelt? Denn ein Riesenrad oder sogar ein Vergnügungspark in der Innenstadt, dazu noch in der Innenstadt der Hauptstadt eines Landes, kann sich nur rentieren. Es sei denn, die Gondeln fallen regelmäßig herunter.

Jeder Tourist würde sich allein schon wegen der Aussicht eine Fahrt mit dem Riesenrad gönnen. Beispiele für den Erfolg in anderen europäischen Metropolen gibt es genug. Besonders elegant ist  natürlich der Vergnügungspark Tivoli in Kopenhagen gelungen. Direkt gegenüber dem Hauptbahnhof gelegen und mit dem Charme von vor 150 Jahren lockt er jeden Touristen zu einem Besuch. Wenn auch ohne riesiges Riesenrad.

Denn eines ist klar: Ein 175 Meter großes  Rad ist hässlich. Und eigentlich will auch niemand eins in Berlin stehen haben. Aber wenn jetzt auf dem Reißbrett schon gleich zwei gegeneinander konkurrieren, dann doch lieber eins, das die Gewinne auch wieder bei uns im Land ausschüttet.

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