Generation Skip

Kein Lied wird mehr zu Ende gehört. Auf dem I-Pod oder dem PC wird schnell bis zur besten Stelle vorgespult. Schon die kleinste Schwachstelle lässt den Hörer weiterskippen: Vorspulen.

Wer früher seine Lieblingslieder hören wollte, suchte die CD im Regal, nahm sie aus ihrer  Hülle heraus –  an sich schon ein Kunstwerk –  und legte sie in den CD-Player. Oft lief die CD dann hoch und runter. Dabei wurden Lieder entdeckt, die nicht auf Platz eins in den Charts landeten, aber trotzdem richtig gut waren. In der Kassettenzeit nannte man das Phänomen die „B-Seite“: Unbekannt und trotzdem reizvoll.

Die persönliche Musiksammlung steht heut nicht mehr im Regal. Sie ist als Mp3s auf dem Computer gespeichert und kann auf dem I-Pod überall mit hingenommen werden. Doch meist ist es viel zuviel und was der I-Pod für einen aussucht passt nicht. Die Geduld fehlt auch mal ein mittelprächtiges Lied durchzustehen. Und man kann ja auf den Kopf drücken. Schon jetzt ziehen die Radiosender nach und spielen immer öfter nur noch die Refrains der Lieder an.

Postkarte aus dem Printprojekt bei Thea Herold

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