Zeigt her eure Finger

Ausweise mit biometrischen Daten

Ein hipper Name macht ihn nicht besser: Der E-Pass ist der Terminator unter den Reisedokumenten – außen ganz normal und innen Hightech.

Von Kathrin Giese

Wer sich einen neuen Reisepass besorgt, merkt schon beim Aufnehmen des Passfotos: Es hat sich einiges verändert. Der Reisepass ist nun digital und heißt E-Pass . Seit November 2005 verbirgt sich in ihm ein Radiofrequenzidentifikationschip (siehe Artikel RFID-Chip), in dem zurzeit die digitale Version des Passfotos gespeichert wird. Dieses Foto wird systematisch vermessen und es wird eine mathematische Beschreibung des Gesichts erstellt. Die so gewonnenen, biometrischen Daten werden auf dem Chip gespeichert. Das Bild muss deshalb auf ganz bestimmte Weise aufgenommen werden, damit später Maschinen mithilfe der biometrischen Daten , das Gesicht erkennen und vergleichen können. „Zeigt her eure Finger“ weiterlesen

Überwachte Kommunikation

Speicherung von Verbindungsdaten auf Vorrat

Wolfgang Schäuble weiß nicht nur, was du letzte Nacht im Internet gelesen hast. Er weiß auch, wem du im letzten halben Jahr SMS geschickt hast.

Von Kathrin Giese

Dass sich Terroristen per SMS absprechen, scheint ungewöhnlich, dennoch werden jetzt seit Jahresbeginn 2008 Daten gespeichert, die Auskunft geben, an wen und vor allem auch von wo aus eine Kurzmitteilung geschickt wurde. Diese Daten werden auf Vorrat für sechs Monate gespeichert. Ebenfalls aufgezeichnet und verwahrt werden alle Telefonverbindungen von Handy und Festnetz. Ab 2009 sollen auch die Internet-Verbindungsdaten dazu kommen. Die gesamte Kommunikation wird damit durchsichtig. Anonymisierungsdienste sollen verboten werden. „Überwachte Kommunikation“ weiterlesen

Bürger, zieh die Notbremse

Zu lockerer Umgang mit den eigenen Daten

KOMMENTAR von Kathrin Giese

Die Gesellschaft verzichtet zunehmend auf Privatsphäre. Die Menschen hinterlassen freiwillig und unfreiwillig eine Menge digitaler Spuren, zum Beispiel im Internet und beim Einkaufen. Studierende tragen nicht nur ihren vollständigen Namen, sondern auch Geburtsdatum, Hobbys, Vorlieben und Geschmack selbstständig auf ihrer Profilseite bei StudiVZ ein und legen ihren realen Freundes- und Bekanntenkreis für alle Nutzer offen. Bei MySpace veröffentlichen sie, zwar weniger standardisiert als bei StudiVZ, dafür aber umso privater, Eigenschaften von sich und Beschreibungen über sich. Auf den Pinnwänden unterhalten sich die User mit ihren Freunden öffentlich – jeder kann mitlesen. So kommt der SPIEGEL-Artikel „Ende der Privatheit“ zu dem Schluss: „Die einen wollen in den toten Winkel verschwinden. Die anderen wollen möglichst gut rüberkommen.“ „Bürger, zieh die Notbremse“ weiterlesen

Biometrische Systeme im Einsatz

Vermessung des Menschen

Technik aus Science-Fiction-Filmen kommt heute schon zum Einsatz, im Zoo, im Kriegsgebiet und im Reisepass. Ein Überblick.

Von Kathrin Giese

In Science-Fiction-Filmen werden sie oft gezeigt: biometrische Systeme, die der Sicherheit dienen. Iris-Scan und die Stimmanalyse werden eingesetzt, um sich an der Tür zum Sicherheitsbereich zu identifizieren. Beide Hände werden an der nächsten Barriere in eine gelartige Masse gedrückt, um die Abdrücke der Handfläche abzugleichen. Was nach Zukunft aussieht, wird heute oft schon eingesetzt. Das schafft Arbeitsplätze: Deutsche Anbieter liegen im Biometrie-Geschäft weit vorne.

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Faszinierende Gedankenexperimente

Über die Paralleldimension Troposphere und ihre Auswirkungen auf unsere Welt. Rezension zu „Troposphere“ von Scarlett Thomas

Von Kathrin Giese

Scarlett Thomas: Troposphere.Experimente des Geistes haben es Ariel Manto angetan: Schrödingers Katze in der Kiste, die nicht gleichzeitig tot und lebendig sein kann, Einsteins Relativitätstheorie oder die Stringtheorie. Letztere kann sie zwar auch nicht genau erklären, sie liebt aber die Poesie und die Metaphern, mit denen die theoretische Physik beschreibt, was die Welt im Innersten zusammen hält. Zum Beispiel Einsteins Züge, mit denen er die spezielle Relativitätstheorie verbildlicht. „Faszinierende Gedankenexperimente“ weiterlesen

Unterirdische Bibliothek ohne Bücher

Berliner Denkmäler bei Nacht. Teil 11: Die Bücherverbrennung
Ort: Bebelplatz

Das war ein Vorspiel. Nur dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.
Zitat von Heinrich Heine 1820

In der Mitte des Bebelplatz verbrannten am 10. Mai 1933 nationalsozialistische Studenten die Werke hunderter freier Schriftsteller, Publizisten, Philosophen und Wissenschaftler. Das Denkmal soll an die Bücherverbrennung erinnern. Gebaut wurde es vom israelischen Künstler Micha Ullman 1994/95.

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